Uber da Droga: Ein Toter, ein Triathlet und die Kundenliste der Lissabonner Prominenz

Blick auf den hügeligen Stadtteil Campolide in Lissabon

Es ist kurz nach ein Uhr morgens, der 4. Oktober 2024, als das Telefon eines Drogenkuriers klingelt. Am anderen Ende ein Mann, der wenige Stunden zuvor noch trainiert hatte – durchtrainiert, diszipliniert, an Dopingkontrollen gewöhnt. Er fragt nach „pastilhas”, dem portugiesischen Slang für Ecstasy-Pillen. Der Kurier reagiert sofort und gereizt: So etwas sagt man nicht am Telefon. Was der Anrufer nicht weiß: Die PSP (Polícia de Segurança Pública, die für die Städte zuständige portugiesische Polizei) hört längst mit. Sie hört seit Monaten mit. Und sie schreibt jedes dieser Gespräche mit.

Der Anrufer war ein Olympiamedaillengewinner. Aber der eigentlich interessante Mann in dieser Geschichte ist der am anderen Ende der Leitung – beziehungsweise sein Chef. Ein 43-jähriger ehemaliger Profi-Triathlet, der sein Geschäft führte wie ein Lieferdienst und der, lange bevor er zum Lieferanten der besseren Gesellschaft wurde, schon einmal ganz oben auf einer Akte stand. Wegen Totschlags. An seinem eigenen Vater.

Ein Schuss mit 17

Nuno Ricardo Nogueira dos Santos wächst in einem Haushalt auf, in dem der Vater schwer drogenabhängig und gewalttätig ist. Mit 17 Jahren erschießt er ihn. Die Darstellung, die später vor Gericht Bestand hat und die portugiesische Medien einhellig wiedergeben: Er handelte, um seine Mutter zu schützen. Das Gericht wertet die Tat im Kern als Notwehrsituation. Verurteilt wird er zu fünf Jahren – abgesessen hat er davon nur ein einziges.

Was danach kommt, liest sich wie ein Lehrstück über zweite Chancen. Santos verlässt Portugal, lebt in England und Neuseeland, arbeitet sich hoch und wird Profi-Triathlet. Zurück in der Heimat eröffnet er einen Sport- und Surfladen in der Ericeira (einem Surferort an der Atlantikküste nordwestlich von Lissabon), versucht sich in der Kosmetik- und in der Immobilienbranche. Er zieht mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Sohn in eine gemietete Villa in Campolide, einem hügeligen, gutbürgerlichen Stadtteil Lissabons. Von außen das Bild eines Mannes, der mit dem Sport seine Dämonen besiegt hat.

Die Pandemie unterbricht diese Erzählung. Santos gibt seine reguläre Arbeit auf und lebt fortan von Mieteinnahmen und Erspartem. 2022 wechselt er das Fitnessstudio, findet einen neuen Freundeskreis – und damit zurück zu psychedelischen Drogen, die er zunächst selbst konsumiert. Was als Konsum beginnt, kippt langsam ins Geschäft. So beschreibt es jedenfalls das Urteil.

Wie aus einem Konsumenten ein Lieferdienst wird

Das Modell, das die Ermittler später „Uber da Droga” taufen werden, ist von beunruhigender Schlichtheit. Es gibt keinen festen Verkaufsort, keine Übergabe im dunklen Park, keine zwielichtige Gestalt an der Straßenecke. Der Kunde ruft an oder schreibt, nennt sein Codewort, und kurze Zeit später kommt die Ware – nach Hause, auf eine Party, vor den Club, zu den „brunches eletrónicos” der Szene. Der Name hat, das stellte der zuständige Observador-Journalist Pedro Rainho ausdrücklich klar, nichts mit der Marke Uber zu tun. Gemeint ist allein das Prinzip: Bestellung per Knopfdruck, Lieferung frei Haus.

Das Geschäft wächst. Irgendwann so stark, dass ein Mann allein nicht mehr hinterherkommt. Im Sommer 2024 holt Santos deshalb Verstärkung: Leonel Nhaga, kennengelernt im Fitnessstudio, wird sein Partner für Auslieferung und Inkasso – sein rechter Arm an der Autotür. (In manchen Berichten kursiert fälschlich das Jahr 2023; die Ermittlungsakten datieren Nhagas Einstieg auf Mai bis Juli 2024.)

Die zweite Verstärkung ist die überraschendere. Es ist Santos’ eigene Mutter, Lucinda. Ihre Rolle beginnt im Hintergrund: Ihr Haus dient als „casa de recuo” – wörtlich ein „Rückzugshaus”, in der Szene ein diskretes Depot, in dem Vorräte und Verpackungsmaterial lagern. Bei ihr finden die Beamten später Fläschchen, Tütchen und Röhrchen zum Abpacken von Kokain, 2C-B (einer synthetischen psychedelischen Droge), LSD, MDMA (dem Wirkstoff in Ecstasy) und Ketamin. Doch es bleibt nicht beim Lagern. Wenn Nuno im Urlaub an der Algarve ist, springt sie ein, telefoniert mit Kunden, fährt zu Treffpunkten, übergibt die Ware. Ein Familienbetrieb mit flachen Hierarchien. Vor Gericht wird Lucinda kein Wort sagen.

Die Geduld der Ermittler

Aufgeflogen ist nichts davon durch Zufall. Die PSP nimmt Santos im Spätsommer beziehungsweise Herbst 2023 ins Visier – die Quellen schwanken zwischen August und September. Anfangs wissen die Beamten wenig. Sie sehen einen Dealer mit ein paar Kunden, nicht das System dahinter. Erst nach und nach, über Wochen und Monate, zeichnet die Überwachung das vollständige Bild.

Zwei Werkzeuge sind dabei entscheidend. Das eine ist die richterlich genehmigte Telefonüberwachung; mindestens 43 abgehörte Gespräche werden es am Ende in den Prozess schaffen, allein zwölf davon zwischen Nuno und seiner Mutter. Das andere ist die verdeckte Beobachtung der immer gleichen Treffpunkte – darunter das Aquädukt der Águas Livres, der Largo do Rato, die Costa da Caparica, Vorplätze von Festivals und Diskotheken. Mindestens 19 verschiedene Orte im Großraum Lissabon tauchen in den Akten auf. Was die Ermittler hören und sehen, ist kein verschwörerischer Geheimcode, sondern die banale Logistik des modernen Konsums: ein Mann, der Lieferungen koordiniert wie ein Disponent seine Fahrer.

Wer auf der Liste stand

Als die Beweisaufnahme 2025 beginnt und die Namen der Zeugen und Abnehmer verlesen werden, gerät die Lissabonner Medienwelt in Bewegung. Die Kundenliste liest sich wie ein Querschnitt durch Fernsehen, Sport und gutsituiertes Bürgertum. Eine juristische Vorbemerkung ist hier entscheidend, und sie gilt für jeden der folgenden Namen: In Portugal ist der bloße Konsum von Drogen seit dem 1. Juli 2001 entkriminalisiert – er wird als Ordnungswidrigkeit behandelt, nicht als Straftat. Handel dagegen bleibt strafbar. Die prominenten Kunden traten deshalb ausschließlich als Zeugen auf. Niemand von ihnen wurde angeklagt oder verurteilt. Geblieben ist der Imageschaden.

Marta Gil und „der Klassiker”. Die Schauspielerin und allgegenwärtige Reality-TV-Kommentatorin – bekannt unter anderem aus der portugiesischen Ausgabe von „Big Brother” – fällt durch elf abgehörte Telefonate innerhalb von nur drei Monaten auf. Am 12. Juli, kurz vor dem Festival NOS Alive (einem der großen Sommer-Events vor den Toren Lissabons), sagt Santos, er müsse erst „kochen” und könne in vierzig Minuten helfen. Eine Stunde später fährt ihr Lebensgefährte zur Villa und verschwindet darin für weniger als zwei Minuten – fotografiert von der Überwachung. Er werde sich später nicht erinnern können, was er dort gewollt habe. An ihrem Geburtstag, dem 4. August, zwei Anrufe binnen drei Minuten: Sie sei „in einer Bar am Strand”, man erörtert, wie die Ware zu ihr kommen könnte – per Uber, per Glovo (einem Lieferdienst), per Zug bis Fernão Ferro südlich des Tejo. Am 16. Oktober schließlich bestellt sie „aquele clássico”, den Klassiker.

Vor der Polizei und später vor Gericht bestreitet Gil jeden Drogenkauf. Sie kenne Santos seit zwei, drei Jahren, man sei befreundet. „Aquele clássico” habe nichts mit Kokain zu tun – gemeint sei gewesen, dass sie sich bei ihm aussprechen, ihr Herz ausschütten wollte. Den Begriff „cozinhado” (gekocht) wolle sie gar nicht verstanden haben. Gelegentlichen Haschischkonsum in der Vergangenheit räumt sie ein. Dass die Kamera kurz nach diesen Gesprächen ihren Freund für zwei Minuten in der Villa filmte, passt allerdings schlechter zu einem ausgiebigen Seelengespräch als zu einer raschen Übergabe. Bewiesen ist es nicht. Bestellt wurde – aus polizeilicher Sicht – ziemlich sicher.

Jorge Fonseca und die nächtlichen Pillen. Auch der Spitzensport bekommt Flecken. Jorge Fonseca, Judoka und Gewinner der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio, hatte Nhaga im Holmes Place (einer gehobenen Fitnessketten-Filiale) des Sportklubs Sporting CP kennengelernt. Es ist sein nächtlicher Anruf vom 4. Oktober, mit dem dieser Artikel begann. Vor Gericht gibt Fonseca zu, von Nhagas Geschäften gewusst zu haben. Sein Anwalt João Ferreira schildert die Szene so: In jener Nacht, alkoholisiert, habe sein Mandant mit Freunden bei Nhaga vier Ecstasy-Tabletten bestellt; man sei auch hingefahren. Eingenommen aber habe Fonseca nie etwas – belegbar, so der Anwalt, durch die dichten Dopingkontrollen, denen er das Jahr über unterliegt. Im entscheidenden Moment habe er es sich anders überlegt. Fonseca selbst stellt öffentlich klar, nie Beschuldigter oder Verdächtiger gewesen zu sein und keine psychotropen Substanzen zu konsumieren. Dokumentiert ist der Anruf. Ob konsumiert wurde, bleibt offen – die Kontrollen haben bei ihm nie etwas gefunden.

José Carlos Pereira, der schweigsame Schauspieler. Weniger redselig als die anderen zeigt sich José Carlos Pereira, in Portugal eine Doppelgröße: langjähriger Telenovela-Schauspieler und zugleich approbierter Arzt. Die Ermittler fangen am Morgen des 16. September 2024 einen Anruf ab, den er von der A5 (der Autobahn nach Cascais) aus tätigt, kurz vor zehn Uhr, um ein schnelles Treffen zu vereinbaren; ein zweiter folgt um 10:21 Uhr, beide Gespräche dauern keine Minute. Pereira wird nicht als Beschuldigter geführt, von der Aussage entbunden, und auf Presseanfragen reagiert er nicht. Ein Detail am Rande, das die Akte festhält: Seine damalige Lebensgefährtin, eine Ärztin, räumte als Zeugin ein, einmalig Kokain bezogen zu haben – über ihren Partner. Sie ist damit eine der wenigen Personen im gesamten Verfahren, die einen Kauf überhaupt zugibt.

Tiago Jaqueta und die „bitola”. Tiago Jaqueta, ein Gesicht aus der Reality-Show „Casados à Primeira Vista” (dem portugiesischen Pendant zu „Hochzeit auf den ersten Blick”), taucht als Zeuge und Abnehmer in den Akten auf. Vor Gericht räumt er ein, Ecstasy zu konsumieren, bestreitet aber, beim Angeklagten gekauft zu haben. Sein Beitrag zur Aufklärung ist eher unfreiwillig lehrreich: Mit einem abgehörten Gespräch konfrontiert, erklärt er, der Ausdruck „bitola” stehe für drei Ecstasy-Tabletten. So weiß man jetzt, was eine Bitola ist.

Und die vielen Namenlosen. Neben den Fernsehgesichtern listet das Verfahren insgesamt 21 Zeugen – darunter weitere öffentliche Personen, Gastronomen, Autohändler, Ärzte, Informatik-Ingenieure aus dem KI-Bereich. Besonders auffällig ist die schiere Menge an Beschäftigten der TAP (Transportes Aéreos Portugueses, der staatlichen Fluggesellschaft): Flugbegleiter, Bodenpersonal, Mechaniker. Bestellt wurde unter Decknamen wie „o normal” (das Übliche), „2 g’s” oder „a coiso” (das Dingsda). Die portugiesische Sprache ist reich, und der Erfindungsreichtum der Kundschaft war es auch.

Der Zugriff

Am 28. November 2024, gegen 20 Uhr, ist es so weit. Ein Jahr Ermittlungen, unzählige abgehörte Gespräche – die PSP hält die Beweislage für ausreichend. Die Familie will an diesem Abend ausgehen, zu einem Konzert. Genau in diesem Moment greifen die Beamten an der Haustür in Campolide zu. (Ob der damals achtjährige Sohn beim Zugriff anwesend war, lässt sich aus den Akten nicht zweifelsfrei sagen – der Observador korrigierte seine ursprüngliche Meldung später selbst. Es gehört zu den Details, bei denen Vorsicht angebracht ist.)

Santos leistet keinen Widerstand. Er führt die Beamten kooperativ zu den Verstecken, die sich über das ganze Haus verteilen. Was die Durchsuchung zutage fördert, füllt im Urteil zwei volle Seiten:

  • im Büro 334 MDMA-Tabletten in verschiedenen Farben, über 79 Gramm MDMA in Päckchen, dazu 2C-B, Kokain, Ketamin, knapp 60 LSD-Pappen, eine Feinwaage mit Kokain- und Ketaminresten sowie Tüten mit aufgedruckten Geldscheinen;
  • im Wohnzimmer über 250 Gramm Kokain, abgepackt in Portionen, die den ausgelieferten Lieferungen aufs Haar glichen;
  • im Schlafzimmerschrank noch einmal über 247 Gramm MDMA und Ketamin.

Während Santos abgeführt wird, läuft die zweite Phase. Zweieinhalb Stunden später, um 22:30 Uhr, fängt die PSP am Marquês de Pombal – dem zentralen, palmenbestandenen Kreisverkehr im Herzen der Stadt – Leonel Nhaga ab. In seinen Taschen das mobile Sortiment für die Nacht: dreizehn Kokain-Päckchen, Tütchen mit Ketamin und MDMA, achtunddreißig rosa-gelbe Ecstasy-Tabletten, über fünf Gramm Ketamin. In seinem gemieteten Zimmer kommen dreißig weitere Kokain-Päckchen, 320 gelbe 2C-B-Tabletten und 45 rosa MDMA-Pillen hinzu. Und Bargeld: 4.550 Euro in Scheinen, verstaut in einer kleinen blauen Tüte – jener Tüte, die die TAP und die portugiesische Kosmetikmarke Benamôr 2023 für Passagiere der Business Class herausgebracht hatten. Es war der erste handfeste Hinweis auf jene TAP-Verbindung, die sich danach wie ein roter Faden durch die Kundendatei zog.

Das Urteil

Am 28. Mai 2026 verkündet das Tribunal Judicial da Comarca de Lisboa (das Bezirksgericht Lissabon) die Strafen. Sie räumen mit einigen Zahlen auf, die im Vorfeld durch die Boulevardpresse geisterten:

Angeklagte:rRolleStrafe
Nuno Ricardo Nogueira dos SantosKopf des Netzwerks5 Jahre 6 Monate, effektive Haft
Leonel NhagaPartner, Auslieferung4 Jahre 6 Monate, auf Bewährung
Lucinda SantosMutter, Depot und Lieferungen4 Jahre 3 Monate, auf Bewährung
Lebensgefährtin (TAP)mutmaßlich FinanzenFreispruch

Santos sitzt seit der Festnahme im Estabelecimento Prisional de Lisboa in Untersuchungshaft; bei der Urteilsverkündung hatte er bereits rund anderthalb Jahre davon hinter sich. Sein Geständnis war umfassend. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Familie monatlich rund 5.000 Euro netto und steuerfrei einnahm, obwohl Santos keiner regulären Arbeit nachging – die Wohnung abbezahlt, keine Bankkredite, der Sohn auf einer französischen Privatschule für rund 800 Euro im Monat, Urlaube in familieneigenen Häusern an der Algarve und in Tróia (einer Ferienhalbinsel südlich von Setúbal). Die Preisliste, die das Urteil festhält: Kokain 50 bis 60 Euro pro Gramm, Ecstasy-Pillen und LSD-Pappen zwischen fünf und zehn Euro das Stück.

Interessant ist, womit Santos sein Geschäft begründete. Gegenüber dem Fernsehen war von „Eitelkeit” (vaidade) die Rede. Das Urteil selbst formuliert es psychologisch genauer: Es sei ihm weniger ums Geld gegangen als um ein Gefühl von Zugehörigkeit und Anerkennung, um den privilegierten Status, den ihm der Umgang mit bekannten Gesichtern verschaffte. Er habe sich gekannt und respektiert gefühlt. Der Mann, der nach außen das Bild des vom Sport geläuterten Geschäftsmannes verkörperte, suchte offenbar genau jene Bestätigung, die ihm der Sport allein nicht mehr gab.

Die Mutter wurde verurteilt, blieb aber auf freiem Fuß; ihr Alter und ihre Unbescholtenheit bewahrten sie vor dem Gefängnis. Sie schwieg während des gesamten Prozesses, und ihr Sohn hatte sie zeitlebens in Schutz genommen – sie habe von nichts gewusst. Am heftigsten daneben lag die Boulevardpresse bei der Lebensgefährtin. Weil sie bei der TAP arbeitete und die Familienkonten verwaltete, vermutete man eine aktive Rolle bei der Geldwäsche und beim Abpacken der Ware. Das Gericht sprach sie in allen Punkten frei. Die Beweise reichten nicht aus, ihr eine konkrete Tatbeteiligung oder auch nur das sichere Wissen um die Herkunft des Geldes nachzuweisen.

Was bleibt

Die Villa in Campolide ist leer, der Lieferdienst eingestellt. Was der Fall offenlegt, ist weniger ein einzelner Krimineller als ein Markt – eine gut geölte Maschinerie, die exakt das bediente, was eine durchdienstleistete Gesellschaft erwartet: Bequemlichkeit auf Bestellung, diskret, schnell, frei Haus. Dass die Nachfrage bis in die Oberschicht reicht, ist keine Überraschung. Dass sie sich so sauber dokumentieren ließ, schon eher.

Für Marta Gil, Jorge Fonseca und José Carlos Pereira bleibt eine unangenehme Asymmetrie. Juristisch sind sie unbescholten, kein Verfahren, kein Urteil. Öffentlich aber stehen ihre Namen nun in den Abhörprotokollen, und der Verdacht lässt sich schlechter widerlegen als beweisen. Wer in Lissabon künftig zum Hörer greift, um sich etwas liefern zu lassen, weiß seit diesem Fall zumindest eines mit Sicherheit: Die PSP hört womöglich mit.


Hinweis zur Quellenlage

Dieser Artikel stützt sich ausschließlich auf veröffentlichte Gerichtsdokumente und die Berichterstattung portugiesischer Medien. Bei drei Angaben weichen seriöse Quellen voneinander ab und werden hier offen gehalten: das Alter von Nuno Santos (43 nach Correio da Manhã und CNN Portugal, 44 nach Jornal de Notícias), der genaue Ermittlungsbeginn (August oder September 2023) und die Anwesenheit des Sohnes bei der Festnahme (vom Observador nachträglich relativiert). Alle Aussagen über Personen ohne rechtskräftige Verurteilung sind als Vorwurf oder Indiz gekennzeichnet. Ob das Urteil rechtskräftig ist oder Berufung eingelegt wurde, ist nicht dokumentiert.

Quellen

  1. Observador – A lista de clientes VIP do Uber da Droga que a PSP apanhou (7.6.2026)
  2. Observador / Rádio Observador – A História do Dia: O Uber da droga dos famosos (8.6.2026)
  3. Observador – Festivais, encontros no Aqueduto, o negócio no Rato… (6.2026)
  4. CNN Portugal – Matou o pai para defender a mãe. Agora foi preso por vender droga a famosos (9.6.2026)
  5. Flash! / The Mag – Tivemos acesso à sentença do ‘Uber da Droga’… (6.2026)
  6. Correio da Manhã – ‘Uber da droga’ com vida de luxo graças a clientes VIP (11.6.2026)
  7. Jornal de Notícias – biografische Details und Verfahrensdaten (6.2026)
  8. Notícias ao Minuto – Da TV ao desporto: Processo Uber da Droga envolve vários famosos (6.2026)
  9. Dioguinho – Tiago Jaqueta… apanhado no caso Uber da Droga (6.2026)
  10. Plataforma Media – O que é o caso ‘Uber da Droga’ em Portugal (8.6.2026)